Tag des offenen Denkmals

Kaiser-Wilhelm-Turm

Update: Kaiser-Wilhelm-Turm geöffnet am Sonntag, 21. Oktober 2018, von 13.00 bis 16.00 Uhr.

Als Nachfolger des 1883 errichteten hölzernen Aussichtsturm auf dem Schläferskopf (454 m ü. NHN) bei Wiesbaden wurde der Kaiser-Wilhelm-Turm im Juli 1906 vom Wiesbadener Verschönerungsverein eingeweiht. Beim Bau des 31 m hohen Turmes wählte der Architekt Ludwig Euler eine Eisenkonstruktion, die die Bruchsteine aus der Umgebung und Basaltlava verstärkte.

Die Gestaltung erinnert an einen mittelalterlichen Bergfried. Das Warttürmchen auf der Aussichtsplattform unterstreicht diese Anlehnung. Eine Besonderheit ist die doppelläufige Spindeltreppe für einen getrennten Auf- und Abstieg. So befindet sich der Eingang am Parkplatz, während der Ausgang zum Garten der Gastwirtschaft zeigt.

War zunächst nur ein Schutz- und Erfrischungsraum vorgesehen, wurde schon bald darauf ein Restaurationsgebäude errichtet. Die Jugendstilfenster gehen auf die Wiesbadener Glasmanufaktur Albert Zentner zurück. Das Kaiser-Wilhelm-Zimmer ist außerdem mit einem Ölbild ausgestattet, das den Kaiser bei einer Jagdszene zeigt.

In den Wirren der 1930er Jahre übernahm der Rhein- und Taunus-Klub das Bauwerk. 1957 – anlässlich des 75jährigen Vereinsjubiläums und Deutschen Wandertags in Wiesbaden – wurde unterhalb des Ausflugslokals ein Gedenkstein aufgestellt. Seit Anfang der 1970er Jahre ist der Kaiser-Wilhelm-Turm in städtischem Eigentum.

Wegen Baufälligkeit war der Aussichtsturm jahrelang für die Öffentlicheit gesperrt; starke Korrosion der Eisenkonstruktion hatte die Stabilität des Turmaufbaus geschwächt. Erst 2015/16 erfolgte eine aufwendige Sanierung (Kosten ca. 700.000 Euro). Im Zuge dessen sind die störenden Funkantennen von der Außenfassade in das Warttürmchen verlegt worden.

Nach der Schließung des Berggasthofes hat die Stadt Wiesbaden mittlerweile auch hier die Nachfolge angetreten. Derzeit wird ein erfahrener Gastronom gesucht, der in den dann modernisierten Räumlichkeiten den Betrieb wieder aufnimmt.

Der Schläferskopf ist mit dem Auto erreichbar. Es führt aber auch ein Wanderweg (Roter Punkt) direkt daran vorbei. Gute Startpunkte sind an der Fasanerie, am Chausseehaus oder auf der Eisernen Hand.